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Digitalisierung ist etwas für junge Leute? Keineswegs. Die Generation 60+ findet immer mehr Gefallen an den digitalen Medien und gibt nochmal richtig Gas. Wie die Silver Surfer das World Wide Web erobern.

„Wenn das doch bloß alles so einfach wäre, wie es bei den jungen Leuten aussieht“. Vielleicht kennst du diesen oder ähnliche Sätze auch von dir oder deinen Eltern. Die jungen Menschen werden mit diesem Technikkram groß, während die Digitalisierung im Alter eine große Herausforderungen darstellt.

Im Kindergarten gibt es den ersten Computer, auf dem Winnie Puuh zum Spielen auffordert. Auf dem iPad machen die Grundschulkinder fleißig Matheaufgaben. Kein Wunder, dass die das alles so gut beherrschen.

Für die älteren Menschen sind digitale Geräte oft eine riesige Hürde, die unüberwindbar scheint. Ich kenne das von meinen Eltern: Mein Vater ist 86, meine Mutter fast 80. Sie haben großen Respekt vor einem Smartphone und tippen stattdessen immer noch auf ihrem Tastenhandy herum.

Digitalisierung bringt viele Vorzüge

Wenn du selbst zur älteren Generation gehörst, dann wirst du schon oft gemerkt haben, dass es fast ein Muss ist, sich mit der digitalen Welt auseinanderzusetzen. Sogar Fahrkartenautomaten oder Fernseher verlangen ein Grundwissen in diesem Bereich, damit du sie bedienen kannst.

Das digitale Leben kann dir aber auch viele neue Möglichkeiten bieten, deinen Alltag besser zu gestalten. Beispielsweise bei deinen Einkäufen, denn fast jeder große Supermarkt bietet mittlerweile das Online-Shopping an. Schluss mit dem Tragen deiner schweren Einkaufstaschen, Wasserflaschen und Milchtüten.

Kreuzworträtsel in bunten Print-Magazinen sind out. Geistige Fitness findet heute auf dem Tablet statt. Silver-Surfer nutzen das Internet mittlerweile auch für Online-Spiele.

Die Studie „Digital mobil im Alter“ von Telefonica/O2 hat die Nutzung digitaler Dienste bei Senioren untersucht. Heraus kam, dass Senioren als Gewinn für ihre Mobilität und Kontaktpflege digitale Geräte nutzen. Sogar das Schreiben von Mails wird immer beliebter.

Dank Digitalisierung in Verbindung bleiben

Früher wohnten viele Generationen unter einem Dach oder zumindest in einem Dorf. Das ist heute zwar wieder Mode, aber längst nicht überall auch zu realisieren.

Deine Kinder hat es beruflich ins Ausland verschlagen, deine Enkel studieren am anderen Ende der Welt. Wie gut, wenn du jetzt digital mit ihnen verbunden bist.

„Zeigt doch mal die Fotos von eurer Geburtstagsfeier“. Auch ein Satz, den du sicherlich kennst und den wir oft von den älteren Menschen hören. Egal ob Fotos oder Videos: Dank Smartphone sind sie schnell verschickt.

Corona lässt uns gerade auf Abstand gehen. Umarmungen werden gemieden, die Treffen mit Oma und Opa erstmal auf Eis gelegt. Wenn du jetzt auf die Plattform Zoom oder Microsoft Teams zurückgreifen kannst, bist du deinen Liebsten trotzdem irgendwie nah. Alternativ kannst du auch über WhatsApp oder iMessage mit ihnen surfen.

Digitalisierung lernen – eine Academy für Senioren

Wenn du der Digitalisierung offen gegenüber stehst, dann bist du vielen einen großen Schritt voraus. Viele sind aber noch zögerlich und skeptisch, haben Angst, den falschen Knopf zu drücken.

Die Optimierung der Websites für die Generation Best Ager wird leider noch nicht von allen vernünftig umgesetzt. Die Schriften zu klein, die Seiten zu unübersichtlich. Ältere Menschen brauchen eine Barrierefreiheit und die Seiten müssen für diese Zielgruppe angepasst werden.

Das größte Problem ist die digitale Sprache. Um diesen Menschen zu helfen, sich im Dschungel Internet zurechtzufinden, zeigt die Business Academy-Ruhr den Senioren, wie es funktioniert. Hier gibt es die Workshop-Reihe „Am Ball bleiben“ von ID55 e.V. – anders alt werden in Herne – ein Angebot zum digitalen Lernen im Alter“.

Du wünschst dir auch einen solchen Kurs? Das könnte der erste Schritt sein, selbst im Internet aktiv zu werden. Befrage die Google Suchmaschine nach ähnlichen Begriffen wie oben im Absatz und schau mal, was es in deiner Stadt gibt. Und traue dich ruhig, beim ersten Versuch den Sohn oder die Tochter um Hilfe zu bitten.

Selbstvertrauen im Alter – wie die Digitalisierung dazu beitragen kann

Natürlich fällt die Kompetenz für digitale Geräte nicht vom Himmel. Selbst wir jüngeren Menschen mussten das alles erst lernen. Dennoch solltest du auch mit 60+ der Digitalisierung offen gegenüber stehen.

Selbstvertrauen in die eigenen Möglichkeiten ist hierbei genauso wichtig, wie die Hilfe von anderen anzunehmen. Das Ziel ist keineswegs, dass du nochmal in die Programmiersprache eintauchen sollst. Es geht um Kleinigkeiten, die dir den Alltag versüßen.

Du hast viel zu erzählen? Schreib doch einen Blog!

Wer weiß: Vielleicht findest du das Internet sogar richtig spannend und entdeckst dadurch ganz neue Ideen für dich. Sei doch mal mutig. So wie die zahlreichen Bloggerinnen 60+.

Ich habe ein tolles Beispiel für dich: Ute Donath. In der Ex-DDR aufgewachsen, schreibt sie mittlerweile in ihrem eigenen Blog über ihr Leben.

Das Internet und die Digitalisierung kann richtig spannend sein, wenn du dich erstmal damit beschäftigst. Sei doch einfach mutig und probiere es mal aus. Vielleicht bist du die nächste Bloggerin 60+, von der wir lesen.

Wenn du nicht ganz so hoch hinaus willst, dann sei der Digitalisierung dahingehend offen, dass du keine Angst mehr haben musst vor dem großen Fahrkartenschalter am Hauptbahnhof oder deinem coolen neuen Smartphone, das dir fast unendliche viele Möglichkeiten der Vernetzung bietet.

Zum Schluss möchte ich gerne Ute Donath zitieren: „Es ist nie zu spät, wichtig ist nur, dass man glücklich ist mit dem was man tut“.

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